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Die Falknerei fasziniert Menschen seit über 4.000 Jahren. Sie zählt weltweit zu den ältesten Jagdformen und ist in Deutschland durch die UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Der Artikel bezieht sich nicht auf das Wie lerne ich, um die FalknerIn Prüfung zu bestehen, sondern versucht einen Blick darauf zu geben, was Falknerei eigentlich heißt und welche Vorraussetzungen geschaffen werden müssen, um FalknerIn zu werden.

Was bedeutet Falknerei wirklich? (Und was nicht?)
Viele Menschen glauben, Falknerei sei jede Form der Greifvogelhaltung. Gewerbebetriebe nennen sich Falknereien, Bilder von Händen, auf denen ein Adler oder Uhu sitzt, verstärken dieses Bild.
Falknerei bedeutete die Jagd mit einem abgetragenen Beizvogel auf freilebendes Wild, in dessen natürlichem Lebensraum.
Damit bedeutet es nicht:
- Show-Fliegen
- reine Haltung von Greifvögeln, Falken und Eulen
- Einen Vogel auf dem Handschuh haben
- kein Tourismus- oder Fotobusiness
- Keine Tierspaziergänge oder Kindergeburtstage
Begriffliche Klarheit ist wichtig:
Viele Gewerbebetriebe nennen sich „Falknerei“, obwohl sie Präsentationen, Flugshows oder Fototouren anbieten. Da der Begriff nicht geschützt ist, darf ihn jeder frei verwenden – das sorgt für Verwirrung.
Fachlich korrekt ist das jedoch nicht. D.h.
- reine Greifvogelhaltung
- Öffentlichkeitsarbeit
- Stationstätigkeit
- Showflug
- Pädagogische Programme
sind keine Falknerei. Die Beizjagd bleibt der Kern der ursprünglichen Falknerei. Wenn du dich für die sprachlichen Feinheiten interessierst, lies hier meine Gedanken dazu: Worte formen Wirklichkeit – Wie wir Falknerei verständlicher machen können
Im öffentlichen Diskus spricht man zur Abgrenzung meist von gewerblicher Falknerei.
Diese Falknereien betreiben oft „nebenbei“ ehrenamtliche Auffangstationen, züchten Greifvögel, Falken und Eulen und betreiben Öffentlichkeitsarbeit. Wie ich persönlich finde, leisten diese gewerbliche Falknereien einen wichtigen Beitrag für den Schutz der Tiere in dem sie das Verständnis der Menschen für die Tiere fördern und Aufklärungsarbeit leisten.
Reine Auffangstationen sind meist nicht gewerblich ausgerichtete sondern gemeinnützig oder handeln im staatlichen Auftrag und arbeiten dann mit der unteren Naturschutzbehörde zusammen.
Falknerei ist gelebte Praxis
Die UNESCO stellte die Falknerei unter den Schutz des immateriellen Kulturerbes, weil sie eine einzigartige Wissenskette bewahrt:
Greifvogeltraining, Jagdtechniken, Materialkunde, Tiergesundheit, rechtliche Vorschriften – all das wird traditionell von erfahrenen Falknerinnen an die nächste Generation weitergegeben.
Man wird nicht einfach FalknerIn, in dem man eine Prüfung ablegt. Man wächst in die Aufgabe hinein und das über Jahre hinweg.
Die Motivation einen FalknerInschein zu machen
Hinterfrage gleich zu Beginn deine Motivation. Wenn man nur mit dem Vogel „spazieren“ gehen möchte, reicht dann nicht auch ein domestiziertes Tier? Muss es dann wirklich ein Wildtier wie ein Greifvogel oder gar eine Eule sein?
Welche Vögel dürfen in der Falknerei (Beizjagd) eingesetzt werden?
Greifvögel und Falken – aber keine Eulen.
- Greifvögel (Accipitriformes) → Habicht, Adler, Bussarde (Harris Hawks)
- Falken (Falconiformes) → Wanderfalke, Merlin oder Hierofalken
Warum sind Eulen in der Falknerei nicht erlaubt?
Eulen sind nachtaktiv und nach deutschem Recht von der Beizjagd ausgeschlossen.
Welche Prüfungen brauche ich wirklich, um Falknerin zu werden?
Steht man am Anfang können die vielen Begriffe wie Falknerschein, kleiner Jagdschein, großer Jagdschein, Sachkundenachweiß, §11… uvm. verwirrend sein. Dröseln wir das hier auseinander:
Der Falknerschein (also die bestandene Falknerprüfung, die dir die Sachkunde bescheinigt) ist eine staatlich anerkannte Sachkundeprüfung. Sie weist nach, dass du die nötigen Kenntnisse über:
- Greifvögel und Falken
- Haltung
- Pflege
- Training
- Gesundheit
- Tierschutz
- Materialkunde
- jagdliche Grundlagen (ohne Waffenrecht)
besitzt.
Mit dem Falknerschein kannst du:
- Greifvögel halten
- Greifvögel pflegen, z. B. in einer Auffangstation
- Sachkunde gegenüber Behörden nachweisen
- den Falknerjagdschein beantragen
Mit dem Falknerschein darfst du NICHT:
- sofort die Beizjagd ausüben
- Wild abfangen
- den Vogel irgendwo fliegen lassen und trainieren
- jagdliche Tätigkeiten durchführen
- einen Beizvogel jagen lassen
Wichtig:
Der Falknerschein alleine ist keine Jagdberechtigung.
Du kannst einen Falknerjagdschein machen. Das nennt sich, kleiner Jagdschein. Dieser berechtigt dich ausschließlich zur Jagd mit dem Greifvogel. Dazu ist eine Jagdprüfung abzulegen. Diese beinhaltet dann nicht der Waffenprüfung und die Schießprüfung.
Den Falknerjagdschein erhältst du nach Beantragung und Nachweis von:
- eine bestandene Falknerprüfung (Sachkunde)
- „Kleine“ Jägerprüfung – komplette Jägerausbildung aber ohne den Schusswaffenteil
- je nach Bundesland kann das auch nur mit der große Jägerprüfung möglich sein, den Falknerjagdschein zu beantragen.
Mit dem Falknerjagdschein darfst du:
- Beizjagd ausüben (Greifvogel jagt Wild im Revier)
- Wild abfangen
- mit Beizvögeln in Revieren arbeiten
Diese Dinge darfst du allerdings nur mit einem Begehungsschein. Du hast also die Aufgabe mit den örtlichen Jägern in Kontakt zu kommen und zu erfragen, ob und in welchen Gebieten du die Beizjagd ausüben darfst.
Der große Jagdschein – klassische, vollständige JägerInprüfung
Die große JägerInprüfung umfasst:
- Wildbiologie
- Waffenrecht
- Waffenhandhabung
- Schießprüfung
- Naturschutz
- Jagdpraxis
Mit der großen Jägerprüfung darfst du:
- Waffen führen
- die Schussjagd ausüben
- Jagdpachtverträge nutzen
- jagdliche Verantwortung übernehmen
- zusätzlich mit FalknerInprüfung → Falknerjagdschein beantragen
Kleiner Tipp: Für meinen Jagdschein habe ich etwas vor gelernt. Da ich aus keiner jagdlichen Familie komme, war alleine der Sprachgebrauch schon herausfordernd. Mit dem Code GREIFVOGELGEFLUESTER10 erhaltet ihr 10€ Nachlass auf alle E-Learning-Kurse von der Jägerschmiede.
Sonderfall: Auffangstationen, Rehabilitation und Pflege
Für Auffang- und Pflegestationen gelten ganz andere Regeln, denn hier greift das Tierschutzgesetz, nicht das Jagdrecht.
Du brauchst:
- Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz (TierSchG)
- Sachkundenachweis (z. B. Falknerschein)
- Abnahme durch das Veterinäramt
Was kommt nach den Prüfungen? Der Weg zum eigenen Vogel
Viele AnwärterInnen starten in die Ausblidnung mit dem glauben: „Nach der Prüfung hole ich mir sofort einen bestimmten Vogel.“ In der Ausbildung wird einem schnell klar, dass das nicht so einfach ist, wie es klingt.
Die Wahl des Vogels richtet sich vor allem nach den äußeren Gegebenheiten. Wie sieht das Gelände aus, wieviel und welches Wild ist vorhanden. Wieviel Zeit habe ich für das Training? Kann und will ich mit den Einschränkungen Leben, die die Pflege und Hege für dieses Tier beinhaltet?
Ideal wäre es natürlich, wenn du bereits vor der Prüfung eine Falknerin oder einen Falkner begleiten konntest. Spätestens aber wenn es darum geht einen eigenen Vogel aufzustellen, brauchst du jemanden, dem du Fragen stellen kannst.
Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns genau mit diesem Thema: https://www.greifvogel-gefluester.de/2026/05/21/falknerin-werden-der-weg-zum-eigenen-vogel/
- FalknerIn werden – Der Weg zum eigenen Vogel
Es ist so weit, du hast deinen Falknerjagdschein in der Tasche und bist bereit FalknerIn zu werden. Du hast ausreichend, Platz, Zeit und Geld für einen eigenen Beizvogel. In diesem Artikel gebe ich dir einen kurzen Überblick über die drei notwendigen Schritte, die immer vor dem Kauf eines Vogels erledigt sein sollten. Schritt 1 –… FalknerIn werden – Der Weg zum eigenen Vogel weiterlesen - Falkner oder Falknerin werden – so kannst du dich auf die Prüfung vorbereiten
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